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Mittwoch, 9. Oktober 2019, 21:29

[Kaifeng] Konsolidierung kaiserlicher Macht

Große Ereignisse warfen an diesem kühlem und regnerischen Herbsttag im zweiten Jahr der Ära des Guǎngshùn-Kaisers in der kaiserlichen Haupt- und Residenzstadt Kaifeng ihre Schatten voraus. Das Volk auf den Straßen war in sichtbare Aufregung verfallen, der Hof des Drachen befand sich in dauerndem, lauten Trubel, viele Soldaten zogen auf und marschierten umher. Auch die hohe Fürsten Zhēnzhēn verspürte eine innerliche Erregung, während sie sich in ihren Gemächern unweit der Wohnstätte des kaiserlichen Harems im Palast auf ein großes Ereignis im Thronsaal, dem Sitz des Himmelssohnes, vorbereitete. Der ganze Hof und vor allem der Diwan würden sich dort versammeln und die hohe Fürsten als Tochter des Kaisers würde an diesem heutigen Tag nicht fehlen dürfen. Nachdem sie sich ihre nobelsten und prachtvollsten Kleider angelegt hatte, wurde die Fürstin von einigen Eunuchen und Soldaten zu ihrer Sänfte begleitet. Beschirmt vor den Ergüssen des Himmels setzte sich der ganze Zug mit ihr in Bewegung Richtung Haupthalle des kaiserlichen Palastes. Als man den großen Platz davor querte, kam man an einer riesigen Ansammlung von Soldaten und Offizieren vorbei, die alle stramm standen, aber sich beim Anblick der Prinzessin hingebungsvoll in den teils feuchten und matschigen Boden warfen. Die hohe Fürstin Zhēnzhēn genoss den Anblick der demütigen Huldigungen dieser Soldaten außerordentlich. Sie würden hier draußen wohl nach eine ganze Weile stramm stehen müssen, ehe die Versammlung im Thronsaal endete.

Im Gegensatz zum einfachen Volk wusste die hohe Fürstin genau, was heute in der Versammlung bekannt gegeben würde, hatte sie doch zuvor zahllose Gespräche mit ihrem Vater, dem Kaiser, geführt. Für alle jedoch war ersichtlich: Das Kaiserreich mobilisierte seine Truppen. Auch der Rat und die höchsten Beamten des Kaisers waren darüber informiert. Der Guǎngshùn-Kaiser strebte eine Politik der Wiedervereinigung Chinas an, das unter den vielen Warlords, vor allem im Süden, stark gelitten hatte. Die Zhōu Dynastie im Norden war das stabilste und beständigste Reich und als Herrscher dieses Reiches konnte ihr Vater den Anspruch ableiten, als Sohn des Himmels über ganz China zu herrschen. Dies konnte jedoch nicht einfach in einem schnellen Schlag erfolgen. Der Kaiser und sein Rat, zu dem auch die Prinzessin gehörte, hatten daher beschlossen, einen Kriegszug gegen die nördliche Han-Dynastie zu unternehmen und ihr Territorium sowie das der losen Anrainerstaaten zu annektieren und die Expansion bis zu den Bauwerken der großen Mauer im Norden zu treiben, ehe man sich der rivalisierenden Fürsten im Süden annehmen würde. Was jedoch bisher unter Verschluss gehalten wurde war die Tatsache, dass ihr Vater höchstselbst die Truppen in diese Unternehmung führen würde. Die hohe Fürstin war jedoch nicht verwundert über diese Entscheidung, denn der Kaiser galt als fähiger Kriegsherr und Stratege, der die Moral seiner Männer dazu erheblich anspornen konnte. Da Zhēnzhēn der einzige noch lebende, direkte Abkömmling der kaiserlichen Guō- Familie war und demnach auch voraussichtliche Erbin auf den Drachenthron und Vertraute ihres Vaters, würde derselbe sie während seiner Abwesenheit mit der Regentschaft über die inneren Angelegenheiten des Reiches in Kaifeng betrauen. Dies würde neben der feierlichen Kriegserklärung heute verkündet werden. Einzig die Tatsache, dass ihr Vater auch einige Haremsdamen während der militärischen Kampagne mit sich nehmen würde, verstimmte die Prinzessin, die eifersüchtig und missgünstig auf jeden Versuch blickte, ihre Stellung durch einen neuen kaiserlichen Erben zu beschneiden. Grundsätzlich misstraute sie den konkurrierenden Nebenfrauen ihres Vaters, aber da bisher auch schon kein neuer kaiserlicher Nachwuchs aus diesen Verbindungen entsprungen war, hielten sich ihre Befürchtungen dann doch in Grenzen.

Als die Prinzessin sodann im Thronsaal eintraf und mittig auf ihren auf dem Drachenthron sitzenden Vater zuschritt, fand sie zu ihrer Linken und Rechten schon alle hohen Beamten und Militärs des Reiches vor: Den Kanzler und seine Stellvertreter, den hohen kaiserlichen Geheimsekretär und seine Untersekretäre sowie den Direktor und die stellvertretenden Direktoren des großen Staatssekretariats mit seinen sechs Ministern für Beamte, Finanzen, rituelle Opferungen, Krieg, Justiz und öffentliche Arbeiten; daneben dann noch eine ganze Reihe Generale. Alle vollzogen sodann den Kotau vor der Prinzessin, die daraufhin ihren Vater durch eine Kniebeuge begrüßte und auf einem kleineren Thron neben dem seinen Platz nahm.

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Mittwoch, 9. Oktober 2019, 22:17


Guǎngshùn-Kaiser

Der Guǎngshùn-Kaiser saß ruhig und erhaben auf dem Drachenthron in der Haupthalle des kaiserlichen Palastes in Kaifeng. Kein anderes Gebäude der Hauptstadt war größer oder durfte gar größer sein als diese heilige Halle und kein anderes Gebäude durfte dieselben gelben Dachziegel tragen wie die Paläste des Himmelssohnes, der als einziger das Mandat des Himmels besaß und zwischen den Menschen und dem Himmel vermittelte. Heute hatte derselbe Himmelssohn eine Bekanntmachung vor dem Hofstaat und dem ganzen kaiserlichen Diwan zu machen: Es würde Krieg geben. Und zwar gegen die nördliche Han-Dynastie, die sich der kaiserlichen Kontrolle widersetzen. In vielen zähen diplomatischen Verhandlungen wurde zuvor der Versuch unternommen, die abtrünnigen Staaten im Norden in das legitime Kaiserreich der Zhōu Dynastie zu integrieren, doch am Ende waren sie alle vergebens, wollten man doch die Legitimität und Autorität des Himmelssohnes nicht anerkennen. Das Nordreich der Zhōu befand sich im Gegensatz zu den Staaten der vielen Warlords mittlerweile in einem stabilen Zustand, die Ernten waren gut und die öffentliche Ordnung wiederhergestellt. Der Kaiser und seine Familie hatten das Reich unangefochten in der Hand und keiner stellte ihr himmlisches Mandat in Frage. Nun war also die Zeit gekommen, die Vereinigung Chinas voranzutreiben. Für den Kaiser und seine fähigen Berater stellte sich kein besseres Ziel dar als die aufsässigen Staaten im Norden. Würde man in den Norden expandieren und bis zu den Bauwerken der großen Mauer vorstoßen, könnte die kaiserliche Macht konsolidiert und ein späteres Vorrücken gegen den stärkeren Süden gesichert werden.

Zum Zwecke dieses Kriegszuges wurden im Kaiserreich über 100.000 Soldaten ausgehoben, die sich in verschiedene Armeen gruppierten und sammelten. Ebenso wurde die kaiserliche Flotte in Bereitschaft gesetzt: Mehrstöckige Schiffe mit gut ausgebildeten Bogenschützen, ausgerüstet mit tödlichen Flammenwerfern. Da man unter keinen Umständen einen Krieg an mehreren Fronten riskieren wollte, würde ein großer Teil der Truppen und Flotte die Grenzen zu den Warlord-Staaten im Süden patrouillieren, da der Angriff im Norden eine willkommene Einladung für eine Invasion durch dieselben darstellen könnte, die es in jedem Fall zu verhindern galt. Somit blieben an die 60.000 Mann, mit denen man in den Norden einfallen wollte. Neben vielen Speer- und Spießträgern sowie Bogenschützen, waren vor allem die vielen Bataillone von Armbrustschützen der Stolz des Kaisers. Mit diesen konnte verheerender Schaden angerichtet werden. Der Himmelssohn verspürte bereits eine große Vorfreude, seine Truppen persönlich in die Schlacht zu führen und siegreich in einem Triumph in seine Hauptstadt zurückzukehren. Viele Schicksalsschläge wie der Verlust seiner Familie könnten dadurch gemildert werden, dass er es sein würde, der China aus diesen schwierigen Zeiten in eine goldene Zukunft führt. Da er während seiner Abwesenheit im Feldzug einen Regenten für die inneren Angelegenheiten des Reichs brauchte, entschloss sich der Guǎngshùn-Kaiser, seine Tochter zur Regentin zu bestimmen. Den Eunuchen, Sekretären und Ministern am Hof vertraute er dafür nicht genug und da seine Tochter sein letzter lebender Nachkomme war, hatte er nicht nur großes Vertrauen in sie, sondern sie sollte sich auch beweisen.

Mit einem leichten Neigen des Kopfes vernahm der Vater die kniende Huldigung der Tochter. Da der Hof und die Beamten nun vollzählig versammelt waren, ließ der Himmelssohn seinen Kanzler rufen, der sodann das Redemanuskript übergab. Vom Dachenthron aus sprach der Kaiser sodann deklamatorisch:

"Da es Shangdi gefiel, Unserer Heiligen Hoheit das himmlische Mandat zu übertragen und zusammen damit die Herrschaft über Unser geliebtes China um der höheren Harmonie und der himmlischen Ordnung willen, beschließen Wir, da einige abtrünnige Staaten im Norden sich dieser himmlischen Ordnung und Harmonie offen verweigern, einen Kriegszug gegen diese Rebellen zu unternehmen, die dem Zorn und dem Feuer des Drachen ausgeliefert sein mögen! Der Himmelssohn selbst wird seine tapferen Streiter in die Schlacht führen. Um die Ordnung und Stabilität im Reich während Unserer Abwesenheit zu wahren, ernennen wir Unsere Tochter, die hohe Fürstin Guō Zhēnzhēn-Júhuā, Enkeltochter des Himmels, zu Unserer Regentin. Ihren Anweisungen ist zu folgen als wären es die Unseren."

Nach dieser Ankündigung des Krieges schritt der Kaiser, begleitet von seiner Tochter aus der Haupthalle über den großen Platz davor zum Tempel. Er vernahm die Huldigungen der auf dem Platz stramm stehenden Soldaten und Offziere, die stellvertretend die vielen Tausend jungen Männer repräsentieren, die um die Einigung Chinas kämpfen werden, und würde sodann im Tempel Shangdi ein Opfer darbringen, um den erfolgreichen Ausgang des Feldzuges sicherzustellen.

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