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[Arbeitszimmer des Megas oikonomos] Zwei Bischöfe untereinander

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Sonntag, 29. September 2019, 14:11

Zwei Bischöfe untereinander

Einige Zeit nachdem das Festmahl zum Empfang des Papstes stattgefunden hatte, machte sich der Sekretär des Apostolischen Legaten, S.E. der Bischof Marcantonio Conti machte sich auf zum Patriarcheion um mit Sr. Exzellenz dem Erzbischof von Derkous Ignatios Angelos ein Gespräch zuführen. Am besagten Festmahl hatten sich die beiden zum ersten mal getroffen. Conti hatte seitdem den Erzbischof und andere hohe Klieriker sorgfältig analysiert. Der Erzbischof erschien ihm für seine "Mission" als besonders vertrauenswürdig. Jetzt musste Marcoantonio ihn nur noch für seine Sache gewinnen.

Am Zielort angekommen, liess sich Marcantonio beim Erzbischof anmelden. Er ging noch mal alles durch. Er würde den Erzbischof von seiner Sache "überzeugen", auch wenn dies auch unkonventionelle Mittel erforderte. Nach einigen Minuten Wartezeit wurde Conti zum ANgelos geführt. Er grüsste den jungen und gut aussehenden Erzbischof: Eure Exzellenz es ist mir eine Freunde, sprach Conti und lächelte.

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Sonntag, 29. September 2019, 20:47

Die Ankunft des Bischofs von Palmyra wurde dem Erzbischof von Derkos sogleich mitgeteilt. Dass eben jener Conti die rechte Hand des Kardinallegaten war, wusste man im Patriarcheion inzwischen. Daher wunderte sich auch keiner, als Marcantonio Conti hier aufkreuzte. Offenbar sollte da auf der nicht allerhöchsten Ebene diskutiert werden, weswegen es folgerichtig erschien, dass Conti zum Megas oikonomos und nicht gleich zum Patriarchen selbst wollte.

"Ah, Bischof Conti, bitte tretet ein", begrüßte Ignatios Angelos seinen bischöflichen Bruder. "Darf ich Euch etwas anbieten, Bruder Marcantonio? Wie es der Zufall will, steht eine Flasche italienischen Weines hier herum." Er deutete auf eben diese. "Was führt Euch zu mir, wenn ich fragen darf?" Dass der Italiener sehr attraktiv war, konnte Ignatios natürlich nicht entgehen. Gleichwohl blieb er professionell und auf Distanz, während er Conti einen Sitzplatz anbot.

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Freitag, 4. Oktober 2019, 19:47

Conti nahm die Einladung des Angelos dankend an. Dank seiner Stellung als Sekretär Sr. Eminenz des Kardiallegaten konnte er sich wie ein Fisch im Wasser bewegen, vor allem wenn es umso heikle Anliegen ging, wie die Stärkung der Macht der römischen Kirche (und auch die Macht der Familie Conti". Den Gerüchte zufolge gab sich Conti nicht mehr mit seinem Posten zufrieden, er wollte in der Hierarchie weiter aufsteigen, koste es was es wolle. Aber dafür musste am er etwas leisten, am Besten etwas unmögliches.

Sehr gerne Bruder Angelos, dazu sage ich nicht nein, antwortete Marcantonio Conti. Nachdem ihm der Erzbischof eingeschenkt hatte, stieß man an. Conti sprach: Auf Eurer Wohl Bruder Angelos, sprach Conti. Und auch auf meines, dachte er sich gleichzeitig: Nun ehrenwerter Bruder. Ein Gespräch zwischen zwei äußerst gutaussehenden und klugen Jünger Christ, antwortete der Bischof und lächelte keck, damit wohl er den Angelos schon einmal in Stimmung bringen.

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Freitag, 4. Oktober 2019, 21:16

Irgendwie konnte sich Ignatios nicht des Eindrucks erwehren, dass dieser Besuch des lateinischen Bischofs mehr als bloß die offizielle Seite hatte. Schon beim Staatsbankett war dem Angelos der Blick seines bischöflichen Bruders aus dem Westen nicht entgangen. Der Megas oikonomos traute sich zu, relativ treffsicher sagen zu können, auf welchem Ufer dieser oder jener stand. Und bei Conti war er sich ziemlich sicher, dass der (wie er selbst, wenn auch zuweilen unterdrückt) vom anderen Ufer kam. Die Worte des Italieners verstärkten diese Vermutung noch. Die Keckheit stand demselben nämlich ins Gesicht geschrieben.

"Ach, Ihr seid einzig und allein zum Plaudern hierher gekommen?", grinste der Erzbischof von Derkos. Am Ende war das wirklich der Fall. "Da müsst Ihr ja einiges an Freizeit haben, obwohl es heißt, Ihr wäret die rechte Hand des Kardinallegaten Adelphus." Zumindest sah man ihn eigentlich immer an der Seite des Patriarchen von Aquileia, wie eine Klette, so dass man ihn im Patriarcheion bereits das alter ego des Adelphus hieß. Alsbald hatte man sich eingeschenkt und trank nun den roten Rebensaft. Ignatios hatte das Gefühl, Conti starre ihn die ganze Zeit über in fast aufdringlicher Weise an. "Was gibt es denn so Interessantes zu betrachten, Bruder Marcantonio?", fragte er ihn dann ganz direkt und entwaffnend. "Welchen der Jünger Christi würdet Ihr denn in mir erkennen wollen?"

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Samstag, 5. Oktober 2019, 18:24

Natürlich nicht was dachtet ihr?, antwortete Conti mit einem verschmitzten Lächeln: Glaubt Lieber Bruder dass hier Freizeit ist?, frage Conti: Ich bin genauso wie zur höheren Ehre Gottes hier, antwortete. Natürlich war er wie der Angelos es richtig erkannt hatte, vom anderen Ufer. Aber er war damit keine Ausnahme in der Kirche. Viele Kleriker hatten eine Vorstellung von Liebe, die von Platon geprägt wurde, war dieser doch einer der grössten Denker des Abendlandes:

Ich muss zugeben, dass es mir euer Bart sehr angetan hat. Diesen hattet Ihr bei unserer letzten Begegnung noch nicht, sprach und lächelte er: Mit diesem gleicht ihr dem dem Apostel Ioannes, dem Lieblingsjünger unseres Herren.

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Samstag, 5. Oktober 2019, 21:53

Dies klang nun so, als nehme sich Conti gerade selbst nicht todernst. Der Bischofskollege besaß wohl einiges an Humor, zumindest wirkte es so. Die weiteren Ausführungen des Italieners waren dann sehr direkt und zweideutig. Ignatios ertappte sich dabei, wie er rot anlief.

"Zuviel der Ehre, Bruder Marcantonio, mich mit dem Lieblingsjünger Christi zu vergleichen", schmunzelte der Erzbischof. "Demnach wäret Ihr ja unser Heiland, was an Blasphemie grenzte." Nun musste Ignatios laut lachen, was ihm fast peinlich war. "Euer Bart ist aber auch nicht von schlechten Eltern. Ich ließ mir den meinigen stehen, um älter und würdevoller auszusehen. Das Problem kennt Ihr sicherlich, sind wir doch etwa im selben Alter." Man verwechselte einen ja leicht mit einem einfachen Priester oder gar Ministranten. "Wollt Ihr ihn mal befühlen?", grinste der Grieche und fuhr sich dazu über seinen Flaum. "Tut Euch keinen Zwang an."

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Sonntag, 6. Oktober 2019, 14:38

Warum sollte man auch alles ernst nehmen. Klar beide waren Bischöfe, und waren damit Diener des Herrn. Aber man sollte auch Spass in diesem Amt haben. Contis Devise war " Da Gott uns das Bischofsamt und die Kirche geschenkt so lasst es uns geniessen", dass war die Meinung vieler Kleriker zu dieser Zeit, natürlich gab es einige Ausnahmen:

Vieles gilt als Blasphemie, lieber Bruder. Einige behaupten sogar dass die Liebe blasphemisch, antwortete der Italiener: Vielleicht bin ich ja auch eurer Bruder Jakobus, antwortete der Bischof: Aber ihr habt recht, ich weiss welche Nachteile einem entstehen können, wenn für einen niederrangigen Priester gehalten wird. Die Aufforderung des Griechen nahm der Römer natürlich an: Wahrlich ein Prachtstück von Bart. Aber was soll man auch erwarten bei einem so formidablen Mann, lächelte er. Dann nahm er die Hand seines Gegenübers und ließ sie über seinen Bart fahren: Na wie gefällt euch der Meinige?

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Sonntag, 6. Oktober 2019, 16:32

Dass Conti, gar einige Jahre jünger als der Angelos, schon im bischöflichen Stand war, verwunderte immer weniger. Er wusste wohl allzu gut, wie er sein Gegenüber rumkriegte. Ehe Ignatios sich versah, hatte der Italiener seine Hand ergriffen und führte sie nun an seinen Bart heran. "Kratzt ein wenig", grinste der Byzantiner. Dass sie hier kein gewöhnliches Gespräch unter Geistlichen mehr führten, lag auf der Hand. Die Vernachlässigung, die ihm Konstantinos Phokas in den letzten Monaten hatte angedeihen lassen, trug dazu bei, dass er gar kein schlechtes Gewissen dabei hatte, hier mit einem anderen zu flirten. Eine gefühlte Ewigkeit starrte er Conti einfach nur an. In Wirklichkeit mochte es vielleicht gerade eine Minute gewesen sein. Schließlich übermannte ihn die Sehnsucht und er drückte den bischöflichen Bruder in einer innigen Umarmung an seine Brust, dergestalt eine ganze Weile verharrend. Abrupt ließ er von ihm ab und versuchte sich für dieses Vorgehen zu rechtfertigen. "Bitte verzeiht mir, ich hatte mich etwas vergessen."

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Samstag, 12. Oktober 2019, 10:58

Er hatte es geschafft. Marcantonnio Conti hatte den Erzbischof von Derkos rumgekriegt, dieser zögerte ein wenig, aber dass wollte Marcantonio nicht zulassen, er war schon so weit gekommen da: Aber aber Bruder nicht so schüchtern. Ich geniesse die Zeit mit euch, sprach Conti und drückte den Erzbischof an seine Brust und gab ihm eine Kuss auf die Stirn. Es war genau der richtige Moment um ein wenig Informationen zu bekommen: Sagt mir Bruder,was hält seine Allerheiligkeit von der Verbindung zwischen der Rom und Konstantinopel, flüsterte er dem Erzbischof zu.

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Samstag, 12. Oktober 2019, 13:49

Scheinbar beruhte die Sache auf Gegenseitigkeit, denn der Lateiner war nicht unwillig und ging nun selbst in die Offensive über, indem er die Umarmung erneuerte und den Orthodoxen gar auf die Stirn küsste. Dies sah Ignatios Angelos als Bestätigung seines Tuns an. "Du bist aber stürmisch ...", duzte er Conti dann zum ersten Mal und drückte ihm einen Kuss auf die Lippen. Dass der Italiener noch etwas anderes bezweckte, war in diesem Augenblick sekundär. "Ich könnte mir vorstellen, dass Seine Allheiligkeit ergebnisoffen an die Sache herangeht." Dies klang schwammig und vage, würde Conti also kaum ausreichen. "In meinen Augen kann es nichts Falsches sein, wenn sich Rom und Konstantinopel zusammentun - wie wir beide im Moment." Denn sie repräsentierten ja beide Machtzentren in gewisser Weise. "Ich kann nur für mich sprechen, aber die Konstantinopler Jurisdiktion über Süditalien ist ein wenig anachronistisch." Anders gesagt: Die sollte der Papst kriegen. Damit vertrat Ignatios gewiss nicht die offizielle Linie des Patriarchats von Konstantinopel, nur seine private Meinung. Womöglich trug die Präsenz Contis ihren Teil dazu, dessen Zunge er gerade in seinem Mund zu spüren glaubte.

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Samstag, 12. Oktober 2019, 15:46

Damit hatte der Bischof genug Informationen. Auch wenn es nicht viel war, so reichte es Conti aus, damit er de Kardinal informieren konnte, jetzt musste er nur unbemerkt aus dem Patriarcheion kommen. Und natürlich überließen solche Leute wie er, nichts dem Zufall. In einem Moment der Unachtsamkeit des Angelos, nahm Conti ein Fläschchen in die Hand, dass mit Mohnschaft gefüllt war und schüttete diesen in Ignatios Kelch, dann füllte er beide Kelche auf: Auf unsere Zukunft, sprach Conti und prostete Ignatios zu.

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Samstag, 12. Oktober 2019, 16:04

Da hatte er einen lieben Freund im Klerus gefunden, dachte sich Ignatios und fand den Conti sehr sympathisch. Dass dieser ein durchtriebener Schlingel war, konnte er nicht ahnen. Nichts solches vermutend, griff er wiederum zu seinem Weinkelch, da ihn der Bischof dazu animierte, darauf anzustoßen. "Auf eine glorreiche Zukunft, jawohl!", erwiderte er den Trinkspruch und grinste, bevor er den Kelch ansetzte. Durch Conti bewegt, leerte er ihn in einem einzigen Zug. Da der Rotwein den betäubenden Mohnsaft übertünchte, merkte er nichts von dieser speziellen Zutat. Sein Gegenüber schien sich daran zu ergötzen. Allmählich, zunächst kaum merklich, vernebelten sich Ignatios' Sinne. Er hielt es für die berauschende Wirkung des Alkohols und konnte es eine Weile noch gut überspielen. Nach einigen Minuten aber wurde sein Gegenüber immer verschwommener. Es begann sich gar arg vor ihm zu drehen, so dass er sich erhob, sich dabei an der Stuhllehne festhaltend. "Mir ist ganz blümerant zumute ...", meinte er, machte ein paar unkoordinierte und unsichere Schritte im Raum, wieder auf den ein gutes Stück kleineren Conti zukommend. Plötzlich verdrehte es ihm die Augen und er spürte, wie seine Beine nachgaben. Geistesgegenwärtig klammerte er sich an den Bischof, rutschte dann trotzdem ab und blieb wie ein nasser Sack bewusstlos vor dem Italiener liegen.

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