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Rhomäisches Reich: Der Feldzug unter dem Namen "Unternehmen Boulgaroktonos" (Bulgarentöter) gegen den Zaren Petar I. hat begonnen.
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Königreich Ostfranken: Der Apostolische Visitator hat einen Administrator im Erzbistum installiert. Der Erzbischof von Magdeburg wird bald nach Rom reisen.

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Sonntag, 6. Oktober 2019, 23:16

Alexios Maleinos

Alexios ist der erstgeborene Sohn von Eustathios Maleinos und Sophia Argyre. Alexios unterschied sich schon von früher Kindheit von den anderen Kindern seiner Umgebung: von klein auf war er immer hochgewachsen, fand auch viel Spaß an körperlicher Ertüchtigung und zeugte von hoher Intelligenz. Seine Mutter hatte sich darum gekümmert, dass ein hoch angesehener Professor als Privatlehrer angestellt wurde, doch schien Alexios schneller zu lernen, als der Gelehrte lehren konnte und sog jedes seiner Worte auf wie ein Schwamm. Bis zu seinem zwölften Lebensjahr war er der ganze Stolz seines Vaters, der für seinen Sohn die für die Familie typische militärische Laufbahn vorsah.
Das bis dato gute Verhältnis zwischen Vater und Sohn verschlechterte sich im Laufe der Zeit immer mehr, da Alexios sich mehr und mehr gegen die von seinem Vater vorgesehene Karriere sträubte. Zwar lehrte man ihn den Umgang mit verschiedenen Waffen, das Reiten und so weiter, man steckte ihn in die hiesige Kaserne und verpflichtete ihn als Fußsoldat; doch verlor der Junge schnell das Interesse und wandte sich lieber der eher spärlich bestückten Familienbibliothek zu. Schnell hatte man ihn aus den Diensten des Militärs wieder entlassen - da sein Vater ein hohes Tier in der Kaiserlichen Armee war, verzichtete man auf jegliche Strafverfahren oder Vorwürfe und ließ den jungen Maleinos ziehen. Das Verhältnis zwischen den beiden erreichte seinen Tiefpunkt, als Eustathios im Jahr 935 zum Praitor von Konstantinopel ernannt wurde und seine Familie in Charsianon, wo sich die besitztümer der Maleinoi befanden, zurückließ.

Im Alter von 19 Jahren, also 945, machte Alexios sich in die Hauptstadt auf, weil er zu dem Schluss gekommen war, dass das triste Leben auf dem Land nichts für ihn war. Hier begegnete er zum ersten Mal seit vielen Jahren zum ersten Mal wieder dem Vater.
Mit einem hoch angesehenen Namen, einer weltbesten Bildung und großen Hoffnungen im Gepäck fand er schnell Anstellung im Kaiserlichen Palast, wo er als Kammerherr angestellt wurde. Völlig auf sich allein gestellt und von seinen Kollegen als Sonderling abgeschrieben fand er Trost in den Armen des Protokouropalates, der stets ein offenes Ohr und Verständnis für den jungen Mann hatte. Bald hatte sich zwischen den beiden eine gute, wenn auch nicht gern gesehene Freundschaft entwickelt. Dass Alexios eine Zuneigung gegenüber diesem Mann entwickelte, die über ein professionelles Verhältnis hinausging, sorgte dafür, dass er mit seiner doch recht niedrigen Anstellung vollauf zufrieden war: Er hatte ein kuscheliges Bett, ein Dach über dem Kopf und Zugang zur größten Bibliothek des Reiches.
Eines Tages hatte der Kaiser den jungen Mann für sich entdeckt, der mit seinem umfassenden Wissen viele Geschichten zu erzählen vermochte. Unzählige Stunden hatte der Kaiser seinen Geschichten und Gedichten gelauscht oder den Stücken, die Alexios auf einem der zahlreichen Instrumente zum besten gab, die er wahrlich meisterhaft beherrschte.

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