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Rhomäisches Reich: Der Feldzug unter dem Namen "Unternehmen Boulgaroktonos" (Bulgarentöter) gegen den Zaren Petar I. hat begonnen.
Während der Statthalter von Skopje bedingungslos kapitulierte, läuft es in Preslaw auf eine blutige Schlacht hinaus.
Königreich Ostfranken: Der Apostolische Visitator hat einen Administrator im Erzbistum installiert. Der Erzbischof von Magdeburg wird bald nach Rom reisen.

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Montag, 3. Juni 2019, 15:56

Kirchliche Synoden in Byzanz

Kirchliche Synoden in Byzanz

Metropolitansynode

- mindestens zweimal jährlich
- Teilnehmer: Metropolit und ihm unterstehende Bischöfe (mindestens zwei)
- Aufgaben: Gerichtsbarkeit innerhalb der Metropolis; Wahl, Einsetzung und Absetzung der Suffraganbischöfe; Überwachung der Amtsführung der einzelnen Bischöfe, des Glaubenslebens und der Rechtgläubigkeit von Klerus und Bevölkerung

Patriarchalsynode


- ursprünglich zweimal jährlich (Juni oder September)
- Teilnehmer: Patriarch und ihm unterstehende Bischöfe ohne eigene Suffraganbischöfe

Große Synode

- Teilnehmer: Patriarch und alle Metropoliten des Patriachats
- Aufgaben: grundsätzliche Regelung des Glaubenslebens und der kirchlichen Disziplin

Synodos endemusa

- Einberufung zunächst ad hoc, zum ersten Mal 394, später ständige Institution
- Teilnehmer: alle Bischöfe, die sich in der Hauptstadt aufhalten (auch jene, die gar nicht zum Sprengel des Patriarchen gehören)
- Teilnehmer ohne Stimmrecht: höchste Vertreter des patriarchalen Klerus, Amtsträger des Kaisers
- Vorwand für Aufenthalt in der Hauptstadt: Rangtitel Synkellos („geistlicher Zellengenosse und Begleiter des Patriarchen“), später auch Protosynkellos
- Aufgaben: Diskussion konkreter kirchlicher Fragen (die das Gebiet des Patriarchats gar nicht betreffen müssen), darunter Dogmatik, Ritus, kirchliche Disziplin und Moral; Wahl und Versetzung von Metropoliten und Erzbischöfen (Quorum von zwölf Bischöfen); Erhebung von Bistümern zu Erzbistümern oder Metropolen, aber auch etwaige Rückstufung; kirchlicher Gerichtshof

Kaiserliche Vorrechte

- Überwachung und Ratifizierung der synodalen Entscheidungen
- Regelung der Anordnung kirchlicher Ränge
- Erlassung von Gesetzen über die Lebensführung und das Verhalten des Klerus, über bischöfliche und klerikale Angelegenheiten und über die Besetzung freier Bischofssitze
- Recht, Beförderungen vorzunehmen (etwa Erhebung eines Bischofssitzes zur Metropolie)
- Vetorecht bei der Wahl der Metropoliten
- Recht, Bischöfe in Konstantinopel zurückzuhalten oder in ihre Sprengel zu senden
- Verpflichtung eines jeden neuen Bischofs zu einem Treueeid auf den Kaiser
- Recht, alle Bischöfe zur Billigung und Unterzeichnung eines synodalen Aktes aufzufordern


Schema der Kirchenverwaltung und Synoden in Byzanz


Quelle: Johannes Preiser-Kapeller, Die hauptstädtische Synode von Konstantinopel (Synodos endemusa). Zur Geschichte und Funktion einer zentralen Institution der (spät)byzantinischen Kirche, in: Historicum. Zeitschrift für Geschichte, Frühling-Sommer 2007, S. 20-31.